Die Anfänge der Jesus-Bruderschaft sind in einer Bewegung junger Menschen zu sehen, die sich in den 50er Jahren vor allem im süddeutschen Raum sammelten.

Foto: Ralf Baumgarten
Im Jahr 1961, dem Jahr des Mauerbaus in Berlin, beschließen zwei aus ihrem Kreis, zukünftig als „Brüder“ das Leben gemeinsam zu gestalten – ganz im Sinne der alten christlichen Orden. In Ostfriesland beziehen sie ein einfaches Haus. Durch Vermittlung von Pfarrer Arnold Bittlinger kommen die beiden in Ludwigshafen mit dem Ehepaar Bangel in Kontakt. In deren Haus sammeln sich weitere Menschen, die sich für ein „bruderschaftliches Leben“, ein Leben in christlicher Gemeinschaft interessieren.
1964 entsteht dort eine Schwesterngemeinschaft – eine Gruppe junger Frauen, die sich zu einem Leben in Ehelosigkeit verpflichtet. Im gleichen Jahr wird der Verein „Jesus-Bruderschaft e.V.“ beim Amtsgericht in Ludwigshafen eingetragen. 1968/1969 bildet sich ein Familienzweig. Zu den ersten Ehepaaren in der Gemeinschaft gehören die Familien Felger, Oertel und Walter. 1969 kauft die Jesus-Bruderschaft Land und den Welsch-Hof, die hintere Hälfte des alten Klosters, in Gnadenthal. Man beginnt mit dem Bau erster Häuser und richtet gemeinsame Wohnungen ein. 1972 entsteht eine Gemeinschaft alleinstehender Frauen im benachbarten Bad Camberg.

Foto: Ralf Baumgarten
Zahlreiche Außenstationen im In- und Ausland werden gegründet, zum Beispiel im Jahr 1973 in Latrun/Israel und 1974 in Makak/Kamerun. Zwischenzeitlich gibt es auch kleine Kommunitäten in anderen Städten Deutschlands und in den USA.1984 kauft die Bruderschaft den Nehemia-Hof und die vordere Hälfte des alten Klostergeländes. Man beginnt mit dem Wiederaufbau der über Jahrhunderte als Stall zweckentfremdeten alten Klosterkirche und der Totalsanierung des historischen Äbtissinnenhauses. Fünf Jahre später sind die Sanierungsarbeiten weitgehend abgeschlossen – die Gemeinschaft erhält für die Wiederherstellung des Gesamtensembles den Hessischen Denkmalschutzpreis.

Morgengebet in der Klosterkirche. Foto: Ralf Baumgarten

Tageszeitgebete mit einer festen Liturgie bestimmen den Alltag der Gemeinschaft.
Foto: Ralf Baumgarten

Gemeinsames Singen mit Gästen. Foto: Ralf Baumgarten
Freitag, 10. Februar 2012
20 Uhr, Präsenz Galerie
Lea Ackermann, die am 2. Februar ihren 75. Geburtstag feiert, ist Gründerin und Leiterin von SOLWODI, einer Hilfsorganisation für kenianische Frauen in der Armutsprostitution. Ein aktuelles Porträt von „Schwester Courage“ finden Sie hier: mehr
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